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Perfektionismus bei Lehrkräften: 3 Sätze, die dir im Schulalltag helfen

Inhaltsverzeichnis

Warum Perfektionismus im Schulalltag so viel Kraft kostet

Perfektionismus ist im Schulalltag ein echter Energiefresser. 

Bei der Unterrichtsplanung, dem Formulieren von Elternmails oder beim Zeugnisschreiben schleicht sich schnell mal der Gedanke ein: Mach es perfekt. Mach noch ein bisschen weiter. Es geht sicher noch besser.

Genau dieser Anspruch zieht Energie. Und oft merkt am Ende niemand, wie viel Zeit du noch zusätzlich investiert hast.

Gerade am Anfang des Lehrer:innenlebens kann sich das schnell hochschaukeln. Ich erinnere mich gut, wie ich manchmal einen ganzen Nachmittag gebraucht habe, um eine einzige Mathestunde zu planen.

Im Coaching begegnen mir aber auch sehr erfahrene Lehrkräfte, bei denen der Innere Antreiber „Mach’s perfekt!“ sehr stark ist. Und die durch ihre hohen Ansprüche an sich selbst erschöpfen und dem Burnout nahe sind.

Eins ist völlig klar: Als Lehrkraft musst du viele Aufgaben erledigen, bei denen ein hoher Qualitätsstandard erfüllt werden muss. Du kannst Zeugnisnoten nicht Pi mal Daumen vergeben, und auch beim Schreiben von Gutachten ist große Sorgfalt gefragt.

Es gibt aber auch unzählige kleine und große Tätigkeiten, bei denen du durchaus mal fünf gerade sein lassen kannst. Ganz besonders in Phasen des Schuljahres, in denen sich die Arbeit besonders verdichtet: In der Zeugniszeit oder während der Elternsprechtage.

Da darf durchaus mal gelten: Mut zur Lücke!

Schulstress durch innere Antreiber?

Muss bei dir jedes Arbeitsblatt perfekt sein?

Kommst du nicht zur Ruhe, weil du es allen recht machen willst?

In diesem Kurs erkennst du, wie dir deine inneren Antreiber Stress machen.

Und wie du diesen Stress auflösen kannst!

Mut zur Lücke: Drei hilfreiche Sätze

Bei anderen Menschen finde ich es sehr sympathisch, wenn sie unperfekt sind.

Mit mir selbst war ich da jahrzehntelang viel strenger: Ich habe mir die Messlatte viel zu hoch gelegt. Und bin dadurch in den Burnout gerutscht. 

Inzwischen bemerke ich, wenn ich wieder mal in die Perfektionismus-Falle getappt bin und schraube die Ansprüche an mich herunter.

Dabei helfen mir drei Sätze, die ich in diesem Artikel mit dir teilen möchte.

Such dir den Satz aus, der dir am besten gefällt. Und dann übe, deine innere Perfektionistin / deinen inneren Perfektionisten leiser zu drehen. Das geht nämlich. Alles eine Frage des Trainings!

Mach's halt unperfekt.

Perfektionismus

Vor ein paar Jahren habe ich auf einem Kunsthandwerkermarkt ein kleines Keramikschälchen entdeckt: Außen weiß, innen golden und total verbeult.

Als ich es in die Hand nahm, erzählte mir die Töpferin die Geschichte zu diesem ungewöhnlichen Objekt:

Sie hatte immer den Anspruch, alles perfekt zu formen. Aber im Laufe des Herstellungsprozesses ging jedes Mal etwas schief. Sie war schon total verzweifelt und wollte ihren Beruf an den Nagel hängen.

Dann sagte ein Freund zu ihr: Mach’s halt unperfekt.

Und dieser Satz änderte alles: Die Töpferin erlaubte sich, ihre Objekte so zu lassen, wie sie waren. Und die Menschen waren fasziniert von den verbeulten Unikaten und kauften sie. Das Unperfekte machte den Reiz aus.

Um mich an diese Geschichte zu erinnern, habe ich eins der Goldschälchen gekauft. 

Der Satz „Mach’s halt unperfekt“ hilft mir seitdem immer dann, wenn mein  Perfektionismus mich ausbremst: Ich möchte alles richtig machen, an alles denken.

Und weil dieser Anspruch beinahe übermenschlich ist, komme ich gar nicht ins Handeln und schiebe die Aufgabe vor mir her: Prokrastinations-Alarm!

Der Satz „Mach’s halt unperfekt“ erinnert mich daran: Wer loslegt, lernt. Wer Fehler macht, entwickelt sich weiter.

Eine Idee für deinen Schulalltag:

Schicke eine Elternmail ab, ohne die Sätze noch mehrmals zu überprüfen. Das spart jede Menge Zeit. Und dann achte auf die Reaktion: In der Regel bemerkt niemand den Unterschied.

Deshalb ist der Mut zum Unperfekten kein Verzicht auf sorgfältiges Arbeiten. Er ist eine Entlastung.

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Wenn zu perfekt, lieber Gott böse

Hä?!

Das war meine Reaktion, als ich dieses Zitat des Videokünstlers Nam June Paik das erste Mal gehört habe.

Mein früherer Chef bei der Lehrkräftefortbildung hat ihn irgendwann mal in einer Planungsgruppe in den Raum geworfen. In der Corona-Zeit waren wir gefordert, unsere Fortbildungen digital anzubieten, und das von einem Tag auf den anderen.

Auf einmal waren wir Moderierenden selbst wieder Lernende. Wir mussten neue Tools kennenlernen, digitale Formate entwickeln und herausfinden, wie gute Online-Fortbildungen funktionieren.

Logisch, dass dabei nicht alles glatt ging. 

Aber der Satz von Nam June Paik ermutigte uns, nicht auf den perfekten Zeitpunkt zu warten. 

Stattdessen wurden wir ermutigt: Fangt an. Probiert Dinge aus. Macht Fehler. Schmunzelt darüber und lernt daraus.

Eine Idee für deinen Schulalltag:

Vielleicht kennst du „Ich kann das noch nicht gut genug.“  Gerade bei neuen digitalen Werkzeugen passiert das schnell. Dann übst, recherchierst und planst du. Doch der Moment, es tatsächlich auszuprobieren, wird immer weiter verschoben.

Setze einfach das neue Tool aus, das du so spannend findest – ohne es bis ins kleinste Detail erprobt zu haben.

Perfektion ist oft gar nicht so wichtig, wie wir glauben. Wenn die Technik hakt oder etwas nicht ganz rund läuft, zeigt das vor allem eins: Du bist ein Mensch. Auch du machst Fehler.

Diese Momente schaffen eine stärkere Verbindung zu deinen Schülerinnen und Schülern als ein perfekt geplanter Ablauf.

So gut wie nötig - statt so gut wie möglich.

Diesen Satz habe ich wie ein Mantra an meine Lehramtsanwärter:innen weitergegeben, als ich in der Lehrkräfteausbildung tätig war.

Er bedeutet nicht, dass dir deine Arbeit egal sein soll. Er bedeutet auch nicht, dass du schlampig arbeiten sollst.

Es geht um etwas anderes: Den Kern zu sehen.

Wenn du eine Aufgabe so gut wie möglich erledigst, dann bist du eigentlich niemals fertig damit. Denn wenn du noch gründlicher recherchierst, findest du garantiert noch bessere Materialien. Und wenn du dir noch mehr Zeit nimmst, kannst du individuelle Zeugnistexte für jedes Kind in deiner Klasse schreiben.

Was aber, wenn du diese Aufgaben so gut wie nötig erledigst?

Dann kannst du dich auf das Wesentliche konzentrieren:

Was ist wirklich wichtig? Was brauchen die Schülerinnen und Schüler unbedingt? Was ist für die Stunde bedeutsam? Was brauchst du dafür wirklich?

Wenn du dir diese Fragen stellst und sie ehrlich beantwortest, dann stellst du vermutlich fest, dass du dir stundenlanges Herumfeilen an Materialien, Formulierungen und Planungen sparen kannst.

Weil du es bereits so gut wie nötig erledigt hast.

Coaching: Raus aus der Perfektionismus-Falle

Du denkst, das geht nicht, deine Ansprüche an dich und deine Arbeit herunterzuschrauben? Und du schiebst eine Nachtschicht nach der anderen?

Dann zeige ich dir gerne, wie das geht: Weniger arbeiten und trotzdem zufrieden sein.

Warte nicht, bis dich deine hohen Ansprüche an den Rand der Erschöpfung treiben.

Genau jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, um mit einem Coaching zu beginnen. Verabrede dich gerne mit mir zu einem unverbindlichen Orientierungsgespräch.

Gemeinsam finden wir heraus, wie wir deine innere Perfektionistin / deinen inneren Perfektionisten leiser drehen können.

Hier berichten einige meiner Klientinnen, was sich durch das Coaching bei ihnen verändert hat.

Wer schreibt hier eigentlich?

Hallo, ich bin Martina Schmidt, Expertin für Burnout-Prävention, Coachin, Resilienztrainerin und Ex-Lehrerin.

Ich unterstütze dich dabei, den Druck aus deinem Schulalltag herauszunehmen. Damit du gesund bleibst und mehr Energie hast für die Dinge, die dir am Herzen liegen.

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