
Unterrichtseinstieg mit Ritualen: Mehr Fokus, weniger Störungen
Rituale im Schulalltag senken deinen Stress als Lehrkraft, sie sorgen für Ruhe und Struktur. Entdecke praxiserprobte Routinen, die dich im Unterricht entlasten.
E-Mails von Eltern am Abend, Nachrichten von Schüler:innen am Wochenende, Anfragen von Kolleg:innen spät am Freitag – immer verfügbar zu sein, ist für viele Lehrkräfte selbstverständlich geworden.
Und das hat Folgen: Dauerstress, innere Unruhe, Schlafprobleme und das Gefühl, nie wirklich abschalten zu können.
Genau darüber habe ich im Happy Lehrer-Podcast mit Simon Jakobi und Patrick Peters gesprochen:
Im Podcast und in diesem Artikel zeige ich dir konkrete Strategien, um gesund Grenzen zu setzen – sowohl individuell als auch im Kollegium.
Wenn du das Gefühl kennst, nie Feierabend zu haben, dann ist dieser Beitrag für dich.
Du erfährst, wie du mit einfachen Schritten dein Stresslevel senken, deine Energie zurückgewinnen und wieder mehr Ruhe finden kannst – ohne dein Engagement aufzugeben.
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Mehr InformationenPatrick erzählt, wie er in den ersten Jahren als Lehrer mit der ständigen Erreichbarkeit umgegangen ist:
„Ich hatte bis letztes Schuljahr E-Mails, WhatsApp, Teams-Nachrichten als Push-Nachrichten auf dem Handy. Und es kam regelmäßig vor, dass ich Samstags nachmittags beim Fußball gucken mit meinen Kumpels Nachrichten wie diese bekam: Herr Peters, können Sie mir in Mathe die und die Frage beantworten?
… und ich bin immer eigentlich rausgegangen, hab das eben beantwortet – bis ich mir zu diesem Schuljahr gesagt hab, das kann doch irgendwie nicht richtig sein, weil ich auch teilweise echt Stress mit meinen Eltern bekommen hab, weil ich dann beim Familienessen kurz aufgestanden bin, ins Wohnzimmer gegangen bin, das geklärt habe.
Man hat immer das Gefühl, man denkt permanent an Arbeit.“
Viele Lehrerinnen und Lehrer sagen dasselbe: Erreichbar zu sein, ist der Normalzustand.
Und alle anderen machen das doch auch. Oder?
Ich finde, eine der wichtigsten Eigenschaften einer guten Lehrkraft ist ihr Engagement.
Aber: Bedeutet das, dass ich nur dann eine gute Lehrerin bin, wenn ich immer erreichbar bin für meine Schüler:innen, Kolleg:innen und die Eltern?
Patrick sagte in unserem Gespräch dazu: „Mensch, ich freue mich doch, wenn ein Schüler eine Frage stellt zu einer Aufgabe. Dann sehe ich doch, der interessiert sich dafür.“
Das verstehe ich. Aber bedeutet das, dass ich solche Nachrichten auch am Wochenende lesen muss? Und am besten auch noch direkt darauf antworten? Bin ich am Ende „Schuld“ daran, dass dieser Schüler seine Motivation verliert, weil ich ihm in meiner Freizeit nicht zur Verfügung stehe?
Dein Engagement als Lehrkraft in allen Ehren. Aber darin steckt auch immer das Risiko für ein Burnout, wenn ich es übertreibe.
Wenn ich ständig in Rufbereitschaft bin, stehe ich unter Dauerspannung. Die Grenzen von Arbeitszeit und Freizeit verschwimmen – und das ist definitiv nicht gesund.
Deshalb ist es wichtig, sich klar und freundlich abzugrenzen. Und das bedeutet nicht, überhaupt nicht mehr erreichbar zu sein, niemals, sondern klar festzulegen, wann und auf welchen Wegen man mit mich erreichen kann.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sowohl Eltern als auch Schülerinnen und Schülern in der Regel total verständnisvoll darauf reagieren, wenn man das gut kommuniziert.
Ganz nebenbei bist du als Lehrkraft damit ein Vorbild in puncto Achtsamkeit und Medienkompetenz. Dazu später mehr.
Studien zeigen: Schon die bloße Anwesenheit eines Smartphones zieht Aufmerksamkeit auf sich – und bringt dich in eine Warteposition.
Simon beschreibt es so: „Wenn das Handy in der Nähe ist und ich das Gefühl habe, bald klingelt das … dann bin ich auf Alarm-Modus im Kopf.“
Diese dauernde Aktivierung macht es fast unmöglich, nicht an Schule zu denken. Das griffbereite Handy verhindert echte Erholung. Du bist gar nicht wirklich im Hier und Jetzt, denn die Schule kann jederzeit in deinen Feierabend grätschen.
In diesem Blog-Artikel erkläre ich, was in deinem Nervensystem passiert, wenn du dauerhaft unter Strom stehst.
In der Corona-Zeit war es wichtig, für schulische Themen erreichbar zu sein. Und seitdem wissen wir alle: Die digitale Technik hat Vorteile und kann unseren Schulalltag erleichtern.
Und auch nach der Pandemie schätzen es viele Schulteams, dass Konferenzen oder Elternabende online durchgeführt werden können. Und so wertvolle Ressourcen gespart werden.
Die Digitalisierung verstärkt aber auch das Phänomen der „entgrenzten Arbeitszeit“: Immer mehr Lehrkräfte klagen darüber, dass Schule ständig präsent ist.
Da jeder von uns das Smartphone griffbereit hat, ist es viel leichter, eine Nachricht zu versenden. Das gilt sowohl für die Kommunikation im Kollegium, als auch für die Eltern, die der Lehrkraft zwischendurch mal etwas mitteilen wollen – eben auch am Wochenende oder spätabends.
Und leider kannst du die schulischen Nachrichten auch jederzeit lesen.
Deshalb ist es wichtig, dass du als Lehrkraft erst einmal für dich selbst definierst: Wann sind meine Arbeitszeiten?
Und die sind definitiv nicht dann, wenn du mit deiner Familie am Esstisch sitzt oder mit Freunden Fußball schaust. Das ist deine Freizeit, die du ungestört und mit gutem Gewissen genießen darfst.
Diese klare Grenzziehung ist genau das, was vielen so schwerfällt.
Patrick sagt in unserem Gespräch dazu: „Vielleicht muss der Lehrerberuf erst dazu lernen, sich da auch anzupassen. Jetzt beginnt erst die Phase, wo Lehrer darüber nachdenken, dass das vielleicht auch nicht so gesund ist oder dass man da Abstufungen oder Einschränkungen für sich selber machen muss.“
Dir passiert es immer wieder, dass du schulische Nachrichten zwischendurch liest – und dich anschließend ärgerst?
Das kenne ich. Deshalb habe ich lange nach einem Tool gesucht, das mich dabei ein bisschen bremst.
Mit der App Screen Zen habe ich ziemlich gute Erfahrungen gemacht. Du kannst selbst festlegen, welche Apps zeitweise blockiert sind (z.B. Teams oder Sdui). Screen Zen stellt dir eine kleine Reflexionsfrage, wenn du auf die App zugreifen möchtest – zum Beispiel: „Ist das jetzt wichtig?“
So kommst du kurz ins Nachdenken, bevor du (wieder einmal) automatisch eine App öffnest, die dich in deiner Freizeit stört.
Apps wie diese unterstützen dich dabei, aktiv für Erholungsphasen zu sorgen.
Was die Mediennutzung angeht, bist du als Lehrkraft ein einflussreiches Vorbild für deine Schüler:innen.
Und das gilt auch für die Verfügbarkeit über digitale Plattformen.
Wenn du deine mentale Gesundheit stärkst, indem du Digital Detox vorlebst, dann ist das ein wichtiger Baustein für die Medienkompetenz der Kinder und Jugendlichen.
Normalerweise gibt es in allen Apps und Lernplattformen die Möglichkeit, Erholungszeiten einzustellen.
Wenn du selbst noch nicht herausgefunden hast, wie das bei deinen schuleigenen Tools funktioniert, frag den Medienbeauftragten / die Medienbeauftragte deiner Schule. Sie unterstützen dich gerne dabei.
Sorge vor allem dafür, dass Push-Benachrichtigungen deaktiviert werden. Das nimmt den Druck raus.
Leg das Telefon in einen anderen Raum, wenn du konzentriert arbeiten willst.
Das reduziert deinen inneren Alarm-Modus.
Auch in deinem Schlafzimmer hat dein Smartphone nichts zu suchen. Dein guter Schlaf ist der beste Schutz gegen Burnout.
Lege fest, wann du Nachrichten liest und in welchem Zeitrahmen du darauf antwortest. Kommuniziere deine „Bürozeiten“ gegenüber Kolleg:innen, Schüler:innen und Eltern.
Mach dir bewusst: „Meine To-Do-Liste werde ich niemals abgearbeitet haben.“
Das ist ernüchternd. Und befreiend.
Denn es bedeutet, dass manche Dinge warten können. So lange, bis du wieder frische Energie getankt hast.
Im Coaching und auch in Workshops ist das mein top Tipp: Gönn dir ein Dienst-Handy!
Die einfachste (und wirklich erschwingliche) Möglichkeit, Schulisches und Privates klar zu trennen.
Interessanterweise haben viele Lehrkräfte erst einmal einen inneren Widerstand: „Das sehe ich gar nicht ein, dass ich das aus meiner eigenen Tasche bezahle.“
Ich frage an der Stelle immer: Was ist dir deine Entspannung wert?
Wie du dich freundlich und klar abgrenzt – ohne dabei zickig und unkollegial zu wirken.
In diesem Kurs lernst du Schritt für Schritt, wie das geht.
Das Thema der ständigen Verfügbarkeit lässt sich am besten lösen, wenn im Schulkollegium klare Regeln für die Kommunikation erarbeitet werden. In meinem Workshop „Abschalten nach Schulschluss“ unterstütze ich Schulteams dabei, den für sie passenden Rahmen zu gestalten.
Wir entwickeln einen „Kodex der Erreichbarkeit“. Hier einige Eckpunkte, die bestimmt auch für deine Schule interessant sind.
Eltern und Schülerinnen wissen, wann sie Antwort bekommen. Das reduziert Erwartungen.
„Der Herr Jakobi ist aber immer erreichbar.“
Wenn innerhalb des Kollegiums unterschiedlich agiert wird, sind solche Vergleiche möglich – und das erzeugt Druck.
Deshalb ist es wichtig, dass alle an einem Strang ziehen.
Wähle heute eine kleine Maßnahme, mit der du anfängst, deine ständige Verfügbarkeit zu reduzieren.
Schalte Push-Benachrichtigungen aus. Oder lege das Handy für zwei Stunden aus deinem Sichtfeld. Installiere die ScreenZen-App.
Teste es eine Woche. Beobachte, wie du dich fühlst.
Du machst jeden Tag einen wichtigen und verantwortungsvollen Job. Sorge dafür, dass du deine Erholungsphasen ungestört genießen kannst.
Denn: Wenn du Grenzen setzt, wirst du nicht weniger gut. Du bleibst länger gesund und präsent für deine Schülerinnen und Schüler.
Sehr gerne unterstütze ich dich auf dem Weg zu mehr Freizeitgenuss – ganz ohne schlechtes Gewissen.
Mit meinem speziellen Coaching für Lehrkräfte findest du heraus, welche Routinen dich stärken.
Buche dir hier deinen kostenfreien Kennenlerntermin. Ich freue mich darauf, dich kennenzulernen!
Wer schreibt hier eigentlich?
Hallo, ich bin Martina Schmidt, Expertin für Burnout-Prävention, Coachin, Resilienztrainerin und Ex-Lehrerin.
Ich unterstütze dich dabei, den Druck aus deinem Schulalltag herauszunehmen. Damit du gesund bleibst und mehr Energie hast für die Dinge, die dir am Herzen liegen.
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