Podcast & Blog

Schulpausen ohne Erholung: 5 einfache Tipps für gestresste Lehrkräfte

Inhaltsverzeichnis

Schulpausen: Noch stressiger als der Unterricht

In der Schulpause in Ruhe aufs Klo gehen oder einen Kaffee trinken? Das ist für die meisten Lehrkräfte nicht drin.

Während deine Schüler:innen Pause machen, geht’s für dich nahtlos weiter: Aufsicht führen, Pflaster kleben, Raumwechsel und Materialien vorbereiten.

Genau dadurch steigt dein Stress zwischen den Unterrichtsstunden oft noch einmal an. Studien zeigen, dass Lehrkräfte in den Schulpausen eine höhere Pulsfrequenz haben als im Unterricht: ein Zeichen körperlicher und psychischer Belastung. 

In meiner Zeit als Lehrerin habe mich in den Pausen auch oft in Tür- und Angelgespräche verwickeln lassen. Bin von einem Ende des Schulgebäudes zum anderen gerannt, um Materialien für die nächste Stunde zu holen.

Bis mir meine Ärztin dann Betablocker verordnet hat: Gegen meinen hohen Blutdruck. Mit 39 Jahren. Das war ein echter Schock für mich! 

Von da an habe ich dafür gesorgt, dass ich in den Schulpausen weniger Stress habe.

In diesem Blog-Artikel teile ich mit dir meine Lieblings-Strategien, um aus Schulpausen wieder echte Pausen zu machen.

Wie du den Pausenstress noch verschärfst

In unseren Schulen wird leider wenig darauf Rücksicht genommen, dass Lehrkräfte zwischen den Unterrichtsstunden entspannen und neue Energie tanken müssen. 

Rückzugsräume, Zeitpuffer im Stundenplan für den Raumwechsel? Fehlanzeige.

Im Gegenteil: Viele Schulleitungen erwarten, dass die Lehrkräfte auch in den Pausen zur Verfügung stehen. Für den Austausch über Schülerinnen und Schüler oder die Besprechung des Vertretungsplans.

Und deshalb ist es nicht erstaunlich, dass über 80% der Lehrkräfte sich belastet fühlen, weil sie in den Schulpausen keine Erholung finden.

An manchen Rahmenbedingungen kannst du nichts ändern. Aber du kannst dafür sorgen, dass du deinen Stress nicht noch weiter verschärfst.

Genau das passiert nämlich, wenn du in den Pausen deine eigenen Bedürfnisse zurückstellst. Weil deine Kolleg:innen es ebenso machen und ihr das für „normal“ haltet. Weil du ein schlechtes Gewissen hast, wenn du Nein sagst. Oder weil du denkst, dass du als gute Lehrkraft auch in den Pausen ein offenes Ohr für deine Schüler:innen haben musst.

Doch auf Dauer hilft das niemandem. Weder dir noch den Kindern und Jugendlichen, die auf eine stabile, klare und freundliche Begleitung angewiesen sind.

Wenn du in diesem Job langfristig gesund bleiben willst, musst du aktiv dafür sorgen, den Druck aus deinen Pausen rauszunehmen.

 

Der Podcast zum Blog:

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Podigee. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

So kannst du Pausen im Schulalltag aktiv entlasten

Der wichtigste Schritt ist klar: Schaffe dir in der Pause wieder echte Pause. Nicht jeden Tag. Nicht perfekt. Aber so oft wie möglich.

Dafür brauchst du keine komplizierte Strategie. Du brauchst klare Grenzen und einfache Routinen.

Die zentrale Frage: Was kannst du tun, um dir in den Pausen etwas Zeit freizuschaufeln für Erholung?

Starte den Schultag mit mehr Ruhe

Wenn du zehn bis fünfzehn Minuten früher in der Schule bist, kannst du den Tag ruhiger beginnen. Dieser kleine Puffer kann enorm entlasten. Du startest gut sortiert in den Unterricht und hast in der ersten Pause nicht den Druck, noch alles Mögliche erledigen zu müssen.

Dieser ruhige Start verschafft dir eine gute Grundlage für den Rest des Tages. Dann kann dich so leicht nichts mehr umhauen.

Meine Tipps:

Bereite Materialien am Vortag vor

Auch ein ganz einfacher Tipp, der ebenfalls unglaublich entlastend wirkt!

Suche alle Materialien heraus, die du für den nächsten Tag brauchst. Es gibt nichts Schlimmeres, als in der Pause unter Zeitdruck noch in irgendwelchen Schränken nach Ordnern oder Spielen zu fahnden!

Genauso schlimm ist der Stress, der sich vor Unterrichtsbeginn am Kopierer aufbaut. Wenn du als Dritte in der Warteschlange stehst und noch 2 Klassensätze kopieren musst. Auch da steigt der Blutdruck …

Das ist tatsächlich Stress, den du dir ersparen kannst. Kopiere doch einfach alles, was du brauchst, am Vortag.

Dringend oder wichtig?

Eigentlich wolltest du in Ruhe zur Toilette gehen – aber unterwegs fängt die Hausmeisterin ab, weil sie dir in deinem Klassenraum etwas zeigen möchte.

Eigentlich wolltest du mit deiner Kollegin ein bisschen übers Wochenende plaudern, aber auf deinem Platz liegt eine Elternnachricht: Bitte um Rückruf.

Es passiert leider oft, dass wir zuerst die Dinge erledigen, die „mal eben“ von uns verlangt werden. Das Dringende schiebt sich immer wieder vor das, was wichtig wäre. Und ruckzuck ist die Pause schon wieder um.

Wenn du dich regelmäßig zuerst um die Aufgaben kümmerst, die am lautesten rufen, dann findest du niemals Zeit für deine Bedürfnisse.

Und die Selbstfürsorge ist das, was wirklich wichtig ist in deinem anspruchsvollen Arbeitsalltag.

Unterscheide also: Dringend oder wichtig?

Um dich davor zu schützen, dass du in die „mal eben“-Falle tappst, schaffe dir eine feste Reihenfolge: erst trinken, dann durchatmen, dann Toilette, dann erst Organisatorisches. So bekommt dein Körper zuerst das, was er braucht.

Setze dir ein kurzes Pausenritual

Lehrerin trinkt Wasser in der Schulpause

Eine Mini-Routine hilft deinem Nervensystem, runterzufahren. Wiederkehrende Routinen schenken dir Sicherheit in deinem oft unübersichtlichen und wuseligen Schulalltag.

Ein paar Ideen für Routinen zur Selbstregulation:

Solche Mikropausen brauchen kaum Zeit. Doch sie holen deine Nervensystem aus dem Alarm-Modus und helfen dir, auf die nächste Stunde umzuschalten.

NEIN sagen im (Schul-) Alltag

Wie du dich freundlich und klar abgrenzt – ohne dabei zickig und unkollegial zu wirken.

In diesem Kurs lernst du Schritt für Schritt, wie das geht.

Workbook: Nein sagen, gesunde Grenzen setzen nicht nur im Schulalltag. Material zum Online-Workshop
Workbook: Nein sagen, gesunde Grenzen setzen nicht nur im Schulalltag. Material zum Online-Workshop

Sage öfter bewusst Nein

Das ist mehr als ein Tipp, denn hier geht es um deine innere Haltung. 

Nicht jedes Gespräch muss sofort stattfinden. Nicht jede Mail braucht eine Antwort in der nächsten Minute.

Du weißt das, aber es kann trotzdem sehr schwer sein, dich gesund abzugrenzen.

Das Gespräch auf den Nachmittag zu verschieben, die Mail erst abends am Schreibtisch zu beantworten.

Wichtig ist, dass du dich nicht mit dem Satz abspeist: So ist das eben in der Schule. Ja, der Schulalltag ist turbulent und fordernd. Aber Dauerstress in den Pausen ist kein Naturgesetz.

Auch wenn deine Kolleg:innen das scheinbar widerspruchslos hinnehmen, darfst du es anders machen: Du darfst Bedingungen schaffen, die dir Erholung möglich machen.

Wenn du beginnst, deine Pausen zu schützen, schützt du auch deine Kraft. Das ist kein Egoismus. Es ist kluge Selbstfürsorge.

Coaching: Raus aus der Stress-Falle

Wenn Schulpausen für dich eher Stress als Entlastung sind, liegt das nicht an mangelnder Belastbarkeit. Es liegt an den vielen kleinen Aufgaben, die sich in die Pausenzeit reinschieben.

Im Coaching arbeite ich mit meinen Klient:innen vor allem an der inneren Haltung: Ich darf mir Pausen erlauben. Nicht: Wie schaffe ich noch mehr in kürzester Zeit?

Dazu gehört, dass wir den Selbstwert stärken. Dann wird nämlich auf einmal völlig klar: Selbstfürsorge ist die Basis, um den Job mit Herz und Energie weiter auszuüben.

Wenn du auch entschlossen bist, den Druck aus deinem Schulalltag zu nehmen, weil du es dir wert bist, verabrede dich gerne mit mir zu einem kostenfreien Orientierungsgespräch.

Wer schreibt hier eigentlich?

Hallo, ich bin Martina Schmidt, Expertin für Burnout-Prävention, Coachin, Resilienztrainerin und Ex-Lehrerin.

Ich unterstütze dich dabei, den Druck aus deinem Schulalltag herauszunehmen. Damit du gesund bleibst und mehr Energie hast für die Dinge, die dir am Herzen liegen.

Das interessiert dich bestimmt auch:

Webinar für Lehrkräfte

Pausen-Lounge

Entspannungszeit für Lehrkräfte

Live-Workshop für 0 €

am 17.6.26, 17 – 17.30 Uhr