
De-Implementierung im Schulalltag: Entlastung für Lehrkräfte
Wie du als Lehrkraft durch De-Implementierung Zeit sparst, Überlastung vermeidest und wirksamer arbeitest: Praxis-Beispiele und erste Schritte.
Zu Hause an deinem Schreibtisch: Vor dir liegen noch die Materialien für die nächste Woche. Arbeitsblätter, die du noch erstellen möchtest. Du brauchst noch etwas zur Differenzierung. Und irgendwo im Internet hast du noch ein Material gesehen, das eigentlich viel besser passen würde.
Also suchst du weiter.
Gerade engagierte Lehrkräfte investieren viel Zeit in ihre Unterrichtsvorbereitung. Sie wollen ihren Schülerinnen und Schülern einen abwechslungsreichen Unterricht bieten. Und sie wollen möglichst gut gewappnet sein gegen all die Unwägbarkeiten, die im Unterricht auftauchen können.
Doch was passiert, wenn die Anforderungen immer weiter steigen? Wenn gleichzeitig immer mehr Aufgaben dazukommen?
Genau an diesem Punkt stand das Schulleitungsteam der Grundschule Ramspau nach Corona. Claudia Müller und Marianne Hargasser erlebten ein zunehmend überlastetes Kollegium. Einen Satz hörten sie immer wieder:
„Mir geht die Kraft aus.“
Die beiden versuchten zunächst, mit einzelnen Maßnahmen für Entlastung zu sorgen. Zum Beispiel wurden weniger Pausenaufsichten übernommen. Auch bei der Stundenplangestaltung gingen sie stärker auf die Wünsche der Kolleginnen ein.
Doch diese Maßnahmen reichten nicht aus.
Es brauchte eine nachhaltige Lösung.
Wie die konkret aussieht an der Grundschule Ramspau, davon erzählt das Schulleitungs-Team im Podcast-Interview.
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Mehr InformationenDie Gründe für die hohe Arbeitsbelastung des Kollegiums in Ramspau waren vielfältig.
Seit dem Schuljahr 2012/13 unterrichtet die Grundschule Ramspau ausschließlich in Kombinationsklassen. In den Klassen eins und zwei lernen Kinder verschiedener Jahrgangsstufen gemeinsam. Das gilt auch für die Klassen drei und vier.
Das ist Teil des Schulprofils. Die Schulleitung ist vom pädagogischen Nutzen dieser Organisationsform überzeugt. Gleichzeitig bedeutet sie für die Lehrkräfte mehr Vorbereitungsaufwand.
Denn der Unterricht muss für zwei Altersgruppen geplant werden.
„Das bedeutet, dass wir permanent doppelt vorbereiten“, erklärt Claudia Müller im Gespräch. „Einmal für die kleineren Kinder, einmal für die größeren Kinder.“
Nach Corona verschärfte sich die Situation zusätzlich. Die flexiblen Eingangsklassen eins und zwei sowie die jahrgangsgemischten Klassen drei und vier sollten wie Regelklassen bis zu 28 Kinder aufnehmen. Bei der Einführung der Flexiblen Grundschule hatte das bayerische Kultusministerium 2012 noch eine Klassengröße von höchstens 25 Kindern empfohlen.
Auch die Zahl der Schülerinnen und Schüler an der Schule stieg deutlich. 2016 besuchten 143 Kinder die Grundschule. Im Schuljahr 2026/27 sind es 201.
Dazu kam ab dem Jahr 2020 das sogenannte „Piazolo-Paket“. Für die Lehrkräfte in Bayern bedeutete es unter anderem eine zusätzliche Unterrichtsstunde auf dem Arbeitszeitkonto. Eine Vollzeitlehrkraft in der Grundschule arbeitete damit 29 Unterrichtsstunden pro Woche.
Gleichzeitig wurden die Möglichkeiten zur Teilzeit eingeschränkt. Kolleginnen, deren Kinder älter als 18 Jahre waren, konnten ihre Arbeitszeit nicht mehr wie zuvor deutlich reduzieren. Sie mussten auf 24 Stunden erhöhen. Zusammen mit der zusätzlichen Stunde auf dem Arbeitszeitkonto bedeutete das 25 Unterrichtsstunden pro Woche.
Für manche Lehrkräfte war das ein zusätzlicher ganzer Arbeitstag.
Die Arbeitsbelastung stieg also an mehreren Stellen gleichzeitig:
Mehr Schüler:innen. Mehr Vorbereitungsaufwand. Mehr Unterrichtszeit. Weniger Möglichkeiten, die eigene Arbeitszeit zu reduzieren.
Und damit stellte sich für das Schulleitungsteam eine grundlegende Frage:
Wie können wir unter diesen Bedingungen die Qualität des Unterrichts erhalten, die Beziehung zu den Kindern stärken und gleichzeitig die Gesundheit unserer Lehrkräfte schützen?
Die Antwort sollte nicht in einem weiteren Entspannungsangebot liegen.
Denn genau das hatten Claudia Müller und Marianne Hargasser bereits viel zu oft erlebt: Auf zusätzliche Belastung wird häufig mit zusätzlichen Maßnahmen reagiert. Yoga, Achtsamkeitstraining, Fortbildungen. Noch ein weiteres Konzept, das implementiert werden soll.
Doch wenn ohnehin schon zu viel Arbeit da ist, helfen zusätzliche To-dos nicht unbedingt weiter.
Deshalb entschied sich das Schulleitungsteam für einen anderen Ansatz:
Nicht noch mehr auf den bestehenden Arbeitsalltag packen. Sondern überprüfen, was tatsächlich sinnvoll und wirksam ist.
Durch Zufall begegnete den beiden engagierten Lehrerinnen das Konzept der De-Implementierung. Im Schuljahr 2023/24 stießen sie auf das Buch von Barbara Gottschling und Benedikt Wisniewski: Weniger macht Schule – Wie De-Implementierung schulische Freiräume schafft.
Außerdem konnten sie an einer Coachinggruppe von Barbara Gottschling teilnehmen, die speziell für Schulleitungen zum Thema De-Implementierung angeboten wurde.
Rückenwind bekam die Schule auch vom bayerischen Kultusministerium. Im Rahmen der „Woche der Lehrergesundheit“ wurde im November 2023 unter dem Motto „Starke Bildung geht nur mit starken Lehrkräften“ unter anderem das Konzept der De-Implementierung empfohlen.
Damit war für das Schulleitungsteam der Weg geöffnet.
Für die Grundschule Ramspau war De-Implementierung von Anfang an kein Sparprogramm.
Das grundlegende Ziel bestand aus drei Punkten:
Diese drei Ziele mussten auch unter den schwieriger werdenden Rahmenbedingungen bestehen bleiben.
Die entscheidende Frage lautete deshalb nicht:
Was können wir alles noch schaffen?
Sondern:
Wo können wir Zeit und Arbeit einsparen, ohne dass dabei etwas Wesentliches verloren geht?
Und genau hier beginnt die De-Implementierung.
Sie bedeutet nicht einfach, möglichst viel wegzulassen. Vielmehr werden bestehende Arbeitsweisen überprüft. Was kann reduziert werden? Was kann durch etwas anderes ersetzt werden? Was kann tatsächlich entfallen? Und was kann grundlegend anders gestaltet werden?
Wie die Grundschule Ramspau diesen Prozess konkret angegangen ist, zeigt sich besonders gut am Beispiel der Unterrichtsvorbereitung.
Bevor die Unterrichtsvorbereitung genauer unter die Lupe genommen wurde, sollten die Lehrkräfte ihren Ist-Zustand erfassen.
Eine Woche lang dokumentierten sie ihre Arbeitszeit sehr genau. Dadurch sollte später ein Vergleich möglich werden. Die Schulleitung wollte nicht nur das Gefühl haben, dass sich etwas verändert. Sie wollte überprüfen können, ob sich tatsächlich etwas verbessert.
Den Fragebogen zur Evaluation der Unterrichtsvorbereitung kannst du hier herunterladen.
Auch die bestehende Zusammenarbeit wurde betrachtet.
Die Teams der Klassen eins und zwei sowie drei und vier trafen sich bereits einmal pro Woche. Meistens dauerte diese Besprechung 60 Minuten. Häufig waren es sogar 90 Minuten. Gemeinsam wurde der Unterricht für die kommende Woche vorbereitet. Auch Proben wurden nachbesprochen.
Dabei wurde deutlich: Diese Teamabsprachen sparen bereits viel Zeit.
Die Frage lautete also nicht nur: Was können wir abschaffen?
Sondern auch: Was funktioniert bereits gut und wie können wir es noch besser nutzen?
Für die Arbeit in der Lehrerkonferenz nutzte die Grundschule Ramspau das RAST-Schema.
Die vier Buchstaben stehen für:
R – Reduktion: Etwas weniger machen.
A – Austausch: Eine bisherige Arbeitsweise durch eine andere ersetzen.
S – Stopp: Eine Tätigkeit ganz beenden.
T – Transformation: Eine Tätigkeit grundsätzlich anders gestalten.
Dieser Punkt war der Schulleitung besonders wichtig. De-Implementierung bedeutet nicht einfach, möglichst viel wegzulassen.
Claudia Müller formuliert es so: „Die Implementierung heißt nicht: Wir lassen weg und hören auf zu arbeiten.“
Stattdessen werden die bestehenden Verhaltensweisen „durchgeschüttelt“. Die Lehrkräfte prüfen, wie effektiv und sinnvoll sie sind. Dann wird überlegt, wie die Arbeit sinnvoller gestaltet werden kann.
Eine weitere wichtige Grundlage der Konferenz war die Frage: Was macht eigentlich guten Unterricht aus?
Marianne Hargasser verweist im Gespräch auf eine große Metastudie:
Für die Unterrichtsvorbereitung entsteht daraus eine wichtige Leitfrage:
Was brauche ich für diese Stunde wirklich, damit diese drei Bereiche berücksichtigt werden?
Denn kognitive Aktivierung muss nicht automatisch eine besonders aufwendige Unterrichtsstunde bedeuten.
Im Gespräch wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass auch eine Übungsstunde sinnvoll sein kann. Die Kinder arbeiten konzentriert und fokussiert an einer Aufgabe.
Eine zentrale Erkenntnis der Grundschule Ramspau lautet: Die gemeinsame Vorbereitung kann systematischer genutzt werden.
Die Schule hat dafür eine besondere Arbeitsweise entwickelt:
Bestimmte Unterrichtssequenzen werden nicht von allen Kolleginnen parallel vorbereitet. Stattdessen übernimmt jeweils eine Kollegin eine Sequenz, die sie von Anfang bis Ende vorbereitet. Dazu gehören der Unterrichtsverlauf und die Arbeitsmaterialien. Anschließend stellt sie die komplette Sequenz den anderen Kolleginnen zur Verfügung.
So wird die Arbeit aufgeteilt.
Das Prinzip ist einfach: Nicht jede Lehrkraft muss dieselbe Vorbereitung immer wieder allein leisten.
Bei Proben (die bayrische Bezeichnung für Tests) wird ähnlich gearbeitet:
Eine Kollegin erstellt die Probe. Anschließend wird sie gemeinsam überarbeitet. Das Team entwickelt außerdem gemeinsam ein Lösungskonzept für die Korrektur.
Damit liegt nicht nur die Probe vor. Auch die Lösung ist bereits gemeinsam durchdacht.
Das spart Zeit und gibt den Lehrkräften zusätzliche Sicherheit.
Mittlerweile steht auf manchen Proben sogar der Hinweis, dass die Aufgabe im Team besprochen wurde. Die Eltern wissen damit: Mehrere Lehrkräfte haben gemeinsam darauf geschaut.
Eine weitere Veränderung betrifft den Austausch von Materialien.
Die Schule hat eine TaskCard eingerichtet. Sie funktioniert wie eine digitale Pinnwand.
Dort kann jede Kollegin Materialien einstellen, die sie gefunden oder selbst erstellt hat. Die anderen können sofort darauf zugreifen.
Damit verschwindet eine typische Zeitfalle aus dem Schulalltag:
Eine Lehrkraft sucht lange nach einem geeigneten Material, obwohl eine Kollegin schon etwas Passendes besitzt.
Stattdessen wird das vorhandene Wissen im Kollegium sichtbar.
Auch das digitale Angebot der Schulbuchverlage nutzt die Schule stärker.
Die Materialien zu einem bestimmten Schulbuch sind dort gebündelt und schnell verfügbar. Dadurch muss nicht erst in verschiedenen Ordnern gesucht oder lange im Internet recherchiert werden.
Passendes Material ist mit wenigen Schritten griffbereit und kann teilweise noch angepasst werden.
Das klingt zunächst nach einer kleinen Veränderung.
Für ein ganzes Kollegium kann sie jedoch viel Zeit sparen.
Auch künstliche Intelligenz spielt inzwischen eine Rolle.
Die Schulleitung nennt zum Beispiel Differenzierungsmaterial. Für Kinder, die noch nicht so gut Deutsch sprechen, können Arbeitsblätter in vereinfachter Sprache erstellt werden.
Auch zu einem bestimmten Lesetext lassen sich Fragen erstellen.
Dabei geht es nicht darum, möglichst viel mit künstlicher Intelligenz zu produzieren.
Sie ist einfach ein weiteres Werkzeug in einer bereits veränderten Arbeitsweise.
Der entscheidende Gedanke bleibt:
Was kann ich anders und mit weniger Aufwand erledigen?
Denn auch ein neues Werkzeug kann zusätzlichen Aufwand verursachen, wenn es einfach zusätzlich zu allem anderen genutzt wird.
De-Implementierung bedeutet deshalb nicht: Neue Tools finden und noch mehr machen.
Sie bedeutet: Bestehende Arbeit anschauen und prüfen, ob sie sich einfacher erledigen lässt.
Der Prozess der De-Implementierung in Ramspau brauchte Zeit und dauert weiter an.
Für die Entlastung der Unterrichtsvorbereitung gab es eine Lehrerkonferenz von zweieinhalb Stunden. Dort wurden zunächst das Ziel und der Ist-Stand betrachtet.
Zwei Monate später fand eine Feedback-Konferenz statt.
Es wurde gemeinsam besprochen:
Claudia Müller betont, dass genau diese Rückmeldung wichtig ist. Das Thema soll nicht einmal angerissen werden und dann wieder in der Versenkung verschwinden: „Schulentwicklung endet nicht mit einer Konferenz, sondern sie beginnt damit.“
Deshalb erinnerte sie auch zwischen den Konferenzen immer wieder an das Thema. Sie fragte beispielsweise in ihrem wöchentlichen Lehrerinnenbrief nach, wie die Kolleginnen mit der Unterrichtsvorbereitung zurechtkommen.
Eine Veränderung der Arbeitsweise kann Unsicherheit auslösen.
Gerade wenn du gewohnt bist, Unterricht sehr sorgfältig und ausführlich vorzubereiten, kann sich weniger Vorbereitung zunächst falsch anfühlen.
Als einzelne Lehrkraft fragst du dich vielleicht:
Das Schulleitungsteam hat deshalb ein wichtiges Anliegen: Sicherheit zu geben.
Marianne Hargasser geht mit gutem Beispiel voran. Sie ist selbst Klassenlehrerin. Sie reduziert Korrekturen, versucht ihre Unterrichtsvorbereitung möglichst effektiv zu gestalten und arbeitet im Team mit ihren Kolleginnen.
Sie sagt: „Ich kann ja wirklich schlicht und ergreifend als gutes Vorbild wirken.“
Auch Claudia Müller beschreibt ihre Rolle als Schutz.
Die Schulleitung hat dem Kollegium von Anfang an zugesagt, Beschwerden abzufangen. Bis zum Zeitpunkt des Interviews war allerdings keine einzige Beschwerde eingegangen.
Und noch etwas ist dem Schulleitungs-Team wichtig: Nicht alle Lehrkräfte müssen sofort alles verändern.
Es ist in Ordnung, wenn eine Kollegin äußert:
„Ich möchte es nicht machen.“
Oder:
„Bei mir sträubt sich alles gegen diese Änderung.“
Dann kann der nächste Schritt auch klein sein.
Nicht alle müssen gleichzeitig am gleichen Punkt stehen.
Die Vorbereitung auf den Unterricht lässt sich nach Aussage der Schulleitung schwieriger messen als beispielsweise die Reduktion von Korrekturen.
Trotzdem bemerkt Marianne Hargasser für sich eine deutliche Veränderung.
Durch das systematische Teilen von Materialien bleibt ihr mehr Zeit für andere Dinge.
Und genau hier zeigt sich das eigentliche Ziel der De-Implementierung.
Die gewonnene Zeit muss nicht mit der neuen To-dos gefüllt werden.
Sie kann auch dazu führen, dass du zu Hause weniger für die Schule arbeitest. Oder dass du wieder mehr Kraft für dich selbst hast.
Marianne Hargasser sagt:
„Man hat schlicht und ergreifend mehr Kraft für die Kinder.“
Und genau von dieser Energie profitieren die Schüler:innen in ihrem Unterricht.
Entlastung bedeutet damit nicht automatisch weniger Engagement.
Sie kann vielmehr bedeuten, dass deine Energie wieder dort ankommt, wo du sie eigentlich einsetzen möchtest:
Bei deinen Schülerinnen und Schülern.
Die Grundschule Ramspau zeigt, wie ein Kollegium diese Entlastung Schritt für Schritt angehen kann.
Nicht mit einem weiteren Konzept, das zusätzliche Arbeit macht.
Sondern mit der Entscheidung, die bestehende Arbeit genauer zu betrachten.
Denn genau dort kann Entlastung beginnen.
Die beiden Schulleitungsmitglieder sind überzeugt: De-Implementierung ist auch möglich, wenn das Kollegium noch nicht gemeinsam mitmacht.
Ein wichtiger Schritt ist dann die wissenschaftliche Grundlage.
Sie gibt Sicherheit.
Wenn du dich informieren möchtest über aktuelle Erkenntnisse der Bildungsforschung, empfehle ich dir den Podcast „Psychologie fürs Klassenzimmer“ mit Benedikt Wisniewski.
In jeder Folge stellt der Schulpsychologe eine Studie, ein Review oder eine Metaanalyse vor, die für didaktische und pädagogische Erwägungen von Praktikerinnen und Praktikern relevant ist.
Auf der Basis dieser Studien kannst du dich auch alleine auf den Weg der De-Implementierung machen.
Du lässt eine Aufgabe nicht einfach weg, weil du keine Lust mehr darauf hast. Du überprüfst vielmehr, welchen Sinn die Tätigkeit hat und was sie tatsächlich bewirkt.
Auch deine persönlichen Hürden solltest du kennen.
Im Gespräch wird zum Beispiel der sogenannte Sunk-Cost-Fehlschluss genannt: Du hast bereits viel Zeit und Energie in etwas investiert. Deshalb fällt es schwer, damit aufzuhören oder es anders zu machen.
Eine weitere Hürde ist die Vorstellung:
Nur eine beschäftigte Lehrkraft ist eine gute Lehrkraft.
Doch viele Stunden Arbeitszeit sind nicht automatisch ein Zeichen für guten Unterricht.
Gerade bei Unterricht ist die Wirkung nicht so einfach messbar. Eine Lehrkraft kann Angebote schaffen und Kinder begleiten. Was jedes einzelne Kind daraus macht, lässt sich nicht vollständig kontrollieren.
Deshalb braucht De-Implementierung auch Mut.
Mut, eine Routine zu hinterfragen.
Mut, etwas anders zu machen.
Und Mut, auszuhalten, dass zunächst vielleicht niemand sagen kann, ob die neue Arbeitsweise wirklich funktioniert.
Wer schreibt hier eigentlich?
Hallo, ich bin Martina Schmidt, Expertin für Burnout-Prävention, Coachin, Resilienztrainerin und Ex-Lehrerin.
Ich unterstütze dich dabei, den Druck aus deinem Schulalltag herauszunehmen. Damit du gesund bleibst und mehr Energie hast für die Dinge, die dir am Herzen liegen.
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