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Mental Load bei Lehrkräften: Warum dich unsichtbare Arbeit im Kopf so erschöpft

Inhaltsverzeichnis

Lehrerin und Mama: Ann-Marie Backmann

Ann-Maria Backmann

Ann-Marie Backmann ist Lehrerin an einer Gesamtschule und unterrichtet Latein und Pädagogik. Sie ist Bloggerin und Mutter von 3 kleinen Kindern.

Im Interview spricht sie offen über eine Belastung, die viele Lehrkräfte kennen – auch wenn sie selten so benannt wird: Mental Load.

Ann-Marie erzählt aus ihrem Alltag und beschreibt Situationen, die vielen Lehrkräften vertraut vorkommen dürften. Sie zeigt, warum Mental Load  gerade in der Schule so stark wirkt – und was helfen kann, damit umzugehen.

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Mental Load: Was ist das?

Mental Load bedeutet, dass der Kopf niemals Pause hat.

Gemeint ist damit nicht nur die sichtbare Arbeit. Mental Load entsteht vor allem durch das, was im Kopf passiert: planen, organisieren, vorausdenken, kontrollieren. Viele kleine Überlegungen laufen ständig im Hintergrund.

Im Coaching vergleiche ich das gerne damit, wenn du bei deinem Rechner ganz viele Tabs gleichzeitig geöffnet hast.

Gerade im Schulalltag ist das ja tatsächlich der Normalzustand: Du planst den Unterricht, erstellst Material, behältst die Lernstände im Blick, bereitest Gespräche vor, bist im Austausch mit Kolleg:innen und den Eltern.

Dazu kommen organisatorische Fragen und emotionale Anforderungen.

All das summiert sich. Und genau darin liegt das Problem: Diese Arbeit ist kaum sichtbar. Wer von außen auf deinen Arbeitstag schaut, sieht vielleicht nur den Unterricht. Die vielen Entscheidungen davor und danach bleiben oft unsichtbar.

Ann-Marie Backmann beschreibt Mental Load deshalb als eine Art dauerhafte Hintergrundarbeit im Kopf. Sie läuft ständig mit – auch dann, wenn der Unterricht längst vorbei ist.

Genau das macht müde und führt in die Erschöpfung.

Wie Mental Load im Schulalltag wirkt

Manchmal beginnt Mental Load mit einem ganz kleinen Auslöser. Ann-Marie erzählt eine typische Szene aus ihrem Alltag: „Da stand ich unter der Dusche und habe dann gemerkt, unser Seifenspender ist wieder mal leer.“

Bei ihr löste diese klitzekleine Beobachtung sofort einen ganzen Rattenschwanz von Aufgaben aus: Auf dem Einkaufszettel notieren, einkaufen, Seifenspender auffüllen. Im privaten Bereich kennen das viele Menschen.

Im Schulalltag wird diese mentale Kette oft noch länger.

Im Interview sprechen wir über dieses Beispiel: Eine Lehrkraft möchte Unterrichtsmaterialien digital bereitstellen. Klingt eigentlich klingt nach einer simplen Aufgabe. Doch im Kopf entstehen sofort viele weitere Fragen und To-dos: 
„Wie erstelle ich ein interaktives PDF? Wissen die Schüler:innen, wie sie damit umgehen?“

Plötzlich geht es nicht mehr nur um das Hochladen einer Datei. Es geht um Technik, Zugänglichkeit, Rückgabe, Bewertung und Organisation.

Mental Load entsteht auch immer dann, wenn du andere an Aufgaben erinnern musst – oder wenn du denkst, du müsstest das tun.

Denn dann hast du die Verantwortung für dieses To-do noch nicht vollständig abgegeben, es ist immer noch in deinem Kopf.

Dieses andauernde Mitdenken für andere, die tausend kleinen  Entscheidungen und Planungen sorgen dafür, dass viele Lehrkräfte auch nach Feierabend gedanklich noch im Schulmodus bleiben.

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Strategien zur Entlastung im Schulkollegium

Ann-Marie zeigt im Interview verschiedene Stellschrauben auf, um den Mental Load zu verringern. Viele davon beginnen mit kleinen Veränderungen im Team.

Ganz wichtig: Erst dann, wenn unsichtbare Aufgaben sichtbar gemacht werden, kann ein Team darüber sprechen. Erst dann lässt sich entscheiden, wie Arbeit verteilt werden kann.

Teamarbeit wirklich leben — nicht nur kooperieren

Kooperation bedeutet im Schulalltag oft nur, dass Materialien geteilt werden. Wirkliche Teamarbeit geht weiter.

Gemeinsame Planung, klare Zuständigkeiten und verlässliche Absprachen sorgen dafür, dass Arbeit nicht immer wieder bei denselben Lehrkräften landet. Wenn ihr im Team festlegt, wer welche Bereiche übernimmt, entsteht mehr Klarheit.

Das entlastet auch deinen Kopf. Du musst nicht ständig überlegen, wer sich um etwas kümmert – weil es bereits vereinbart ist.

Klare Absprachen treffen

Viele mentale Belastungen entstehen durch unklare Erwartungen.

Ann-Marie Backmann nennt ein einfaches Beispiel: Wenn zwei Kolleg:innen die Materialien für ein Fach gemeinsam vorbereiten, kann man sich aufteilen. Eine Lehrkraft übernimmt das erste Halbjahr, die andere das zweite.

Solche klaren Vereinbarungen reduzieren ständiges Nachfragen und geben Sicherheit im Alltag.

Unsichtbare Aufgaben benennen

Im Schulalltag gibt es viele Tätigkeiten, die nebenbei passieren.

Wenn solche Aufgaben nicht ausgesprochen werden, bleiben sie unsichtbar. Und oft bleiben sie dann immer wieder an denselben Lehrkräften hängen.

Eine Möglichkeit ist, diese Aufgaben bewusst zu benennen und als kleine Ämter zu vergeben. Dadurch wird Arbeit fairer verteilt.

Zusätzlich sollte das Kollegium prüfen, ob solche Aufgaben anerkannt oder honoriert werden können – etwa durch Entlastung bei der Pausenaufsicht oder ein kleines Dankeschön-Geschenk. Das reduziert das Gefühl von Ungerechtigkeit und macht die Übernahme solcher Aufgaben attraktiver.

Führung kann entlasten: Die Rolle der Schulleitung

Die Schulleitung spielt sehr eine wichtige Rolle, denn sie prägt die Kultur einer Schule. Wenn Wertschätzung und offene Kommunikation selbstverständlich sind, fällt es leichter, über Belastung zu sprechen.

Die Schulleitung kann außerdem Strukturen schaffen, um die Zusammenarbeit zu fördern. Klare Zuständigkeiten, feste Teams und transparente Entscheidungen reduzieren den Mental Load im Schulkollegium.

Mental Load reduzieren: Burnout vorbeugen

Mental Load gehört für viele Lehrkräfte zum Alltag. Oft wird er erst bemerkt, wenn die Erschöpfung bereits groß ist. Dabei entstehen viele Belastungen aus kleinen, wiederkehrenden Gedanken und Aufgaben.

Der wichtigste Schritt ist deshalb Bewusstsein. Wenn du erkennst, welche Dinge ständig in deinem Kopf mitlaufen, kannst du beginnen, sie sichtbar zu machen.

Sprich darüber im Team. Klärt Zuständigkeiten. Verteilt Aufgaben bewusst.

Diese Veränderungen müssen nicht groß sein. Manchmal reicht schon eine klare Absprache oder eine kleine Liste gemeinsamer Aufgaben.

Mit der Zeit entsteht so etwas, das im Schulalltag oft fehlt: ein Gefühl von geteilter Verantwortung. Und genau das kann helfen, den mentalen Druck spürbar zu verringern.

Mein Coaching für Lehrkräfte am Rande des Burnouts

Lehrkraft sein – da wirft dir jemand 100 Bälle zu und sagt: Fang sie alle!

Ich finde, dieser Spruch beschreibt unseren Berufsalltag in der Schule so gut wie kein anderer.

Ich habe selbst erlebt, wie das ist: Wenn ich versuche, alle Bälle anzunehmen und mit ihnen zu jonglieren. Und ich kann aus meiner eigenen Burnout-Erfahrung sagen: Es geht nicht.

Deshalb habe ich gelernt, meine Ansprüche an mich selbst runterzuschrauben. Ich habe gelernt, Verantwortung abzugeben und Nein zu sagen, wenn mir etwas zu viel wird.

Mit genau diesen Erfahrungen begleite ich meine Klient:innen im Coaching.

Wenn auch dein Kopf schwirrt von all den To-dos und du das Gefühl hast, am Rande eines Burnouts zu stehen, dann lass uns miteinander sprechen.

Hier findest du alle Infos zu meinem speziellen Coaching-Angebot für Lehrkräfte. Buche dir deinen kostenfreien Kennenlerntermin. Gemeinsam finden wir heraus, wie ich dich unterstützen kann.

Wer schreibt hier eigentlich?

Hallo, ich bin Martina Schmidt, Expertin für Burnout-Prävention, Coachin, Resilienztrainerin und Ex-Lehrerin.

Ich unterstütze dich dabei, den Druck aus deinem Schulalltag herauszunehmen. Damit du gesund bleibst und mehr Energie hast für die Dinge, die dir am Herzen liegen.

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