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Elterngespräche meistern: So schützt du deinen Selbstwert als Lehrkraft

Inhaltsverzeichnis

Konfliktgespräche mit Eltern: Meine Erfahrungen als junge Lehrerin

Schwierige Elterngespräche – die waren in meinen ersten Berufsjahren als Lehrerin manchmal der reine Horror für mich. Denn ich hatte natürlich noch nicht viel Erfahrung und fühlte mich manchmal wie eine Hochstaplerin.

Wenn die Elternsprechtage vor der Tür standen, war meine größte Sorge: Bei irgendeinem Fehler „ertappt“ zu werden. Irgendetwas übersehen, nicht richtig gemacht zu haben. Oder nicht so gut wie meine Kolleg:innen in den Parallelklassen.

Hatte ich tatsächlich nicht erkannt, dass die Schülerin hochbegabt ist?

Hatte ich zu viele Hausaufgaben gestellt?

Warum hatte ich dieses oder jenes Kind nicht öfter drangenommen?

Nach manchen Gesprächen war ich schweißgebadet, weil ich mich fühlte wie auf der Anklagebank.

Obwohl ich wusste, dass ich mein Bestes gegeben hatte, konnte ich das in den Gesprächen nicht rüberbringen. Mir verschlug es manchmal regelrecht die Sprache.

Auf dem Nachhauseweg (oder nachts) fielen mir passende Sätze ein, die ich den Eltern hätte sagen können. Und ich ärgerte mich. Vor allem über mich selbst. 

Damals fühlte ich mich oft hilflos und ausgeliefert.

Und ich wünschte mir vor allem eins: Die Eltern sollten sich ändern!

Wie du dir denken kannst: Das hat natürlich nicht funktioniert.

Stattdessen habe ich mir Unterstützung gesucht.

Schwierige Gespräche gehören zum Schulalltag

Meine Rettung war ein Kommunikationstraining mit Bardo Schaffner.

Er sagt: „Konflikte zeigen, dass du lebendig bist. Wenn du keine Konflikte mehr hast, dann bist du tot.“

Recht hat er. Konflikte und schwierige Gespräche gehören nun mal zum Schulalltag. Und trotzdem wäre es ja schön, wenn wir so ein bisschen Handwerkszeug hätten, um gelassener, souveräner mit Konflikten umzugehen, oder?

Und genau darüber sprechen wir in dieser Podcast-Folge:

  • Welche Strategien dir helfen, um schwierige Elterngespräche durchzustehen.
  • Und warum dein gesunder Selbstwert dabei eine wichtige Rolle spielt.

 

Bardo Schaffner hat seinen reichen Erfahrungsschatz als Kommunikationstrainer zusammengefasst in diesem Konfliktratgeber für Lehrkräfte: „Einer von uns beiden muss sich ändern – und mit dir fangen wir an!“ 

Hör doch mal rein ...

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Warum dein Selbstwert als Lehrkraft so wichtig ist

„Im Schulalltag wird nicht sehr pfleglich mit dem Selbstwert der Lehrkräfte umgegangen“, meint Bardo Schaffner.

Kritik kommt von vielen Seiten: Von Eltern, von Kolleginnen und Kollegen, von der Schulleitung und auch von Schüler:innen.

Wenn du innerlich unsicher bist, trifft dich jede Kritik tiefer und du rechtfertigst dich schneller.

Auch dein Körper reagiert, wenn dein Selbstwert angegriffen wird: Dein Blutdruck steigt, deine Muskeln spannen sich an.

Dein Gesprächspartner, deine Gesprächspartnerin spüren das. Denn unsere Nervensysteme kommunizieren miteinander.

Wenn du einen stabilen Selbstwert hast, gerätst du weniger schnell in diese Reaktion. Das schenkt dir Ruhe und Selbstvertrauen, auch in herausfordernden Gesprächen.

So stärkst du deinen Selbstwert

Sorge dafür, dass du deinen Selbstwert wie einen Muskel trainierst.

Nur so kannst du in deinem Job als Lehrkraft langfristig gesund bleiben.

NEIN sagen im (Schul-) Alltag

Wie du dich freundlich und klar abgrenzt – ohne dabei zickig und unkollegial zu wirken.

In diesem Kurs lernst du Schritt für Schritt, wie das geht.

Workbook: Nein sagen, gesunde Grenzen setzen nicht nur im Schulalltag. Material zum Online-Workshop
Workbook: Nein sagen, gesunde Grenzen setzen nicht nur im Schulalltag. Material zum Online-Workshop

Vor dem Elterngespräch: Vorbereitung gibt dir Halt

Als junge Lehrerin war ich in Elterngesprächen oft so aufgeregt, dass ich Wichtiges vergessen habe. Deshalb habe ich mir angewöhnt, eine Art „Roten Faden“ stichpunktartig vorzubereiten.

Ganz ähnlich empfiehlt es auch Bardo Schaffner im Interview.

Und auch, wenn du schon mehr Berufserfahrung hast, gibt dir eine sorgfältige Vorbereitung Halt und dient deinem Selbstschutz.

Im Elterngespräch: Klarheit schaffen

Die wichtigste Basis für ein gelingendes Gespräch: Wohlwollen und Zuversicht.

Mach den Eltern deutlich: „Ich möchte mit Ihnen zusammenarbeiten. Mein Ziel ist, dass Ihr Kind gut gefördert wird.“

Doch auch trotz bester Vorbereitung und den besten Absichten deinerseits laufen Elterngespräche manchmal so:

Die Eltern sagen, ihr Sohn sei hochbegabt und in deiner Klasse unterfordert. Oft steckt darunter ein verdeckter Vorwurf: „Sie sind nicht kompetent.“

Bardo Schaffner vergleicht das mit einer Gerichtsszene: Die Eltern übernehmen die Rolle von Richter, Staatsanwalt und Jury. Du als Lehrkraft sitzt auf der Anklagebank.

Um in solchen herausfordernden Situationen handlungsfähig zu bleiben, empfiehlt der Kommunikationstrainer:

Diese Formulierungen verschieben die Situation von Anschuldigung zu Lösung.

Sie definieren deine Rolle im Gespräch: Du bist nicht die Angeklagte, du als Lehrkraft bist die Fachperson.

Nach dem Gespräch: Umgang mit angestautem Ärger

Im Interview nutzt Bardo Schaffner das Bild des Rabattmarken-Heftes: Wenn du als Lehrkraft deinen Ärger runterschluckst, klebst du Marken ein in dein persönliches Ärger-Rabattmarkenheft.

Irgendwann ist dieses Sammelheft voll. Dann reicht ein kleiner Auslöser — und du explodierst!

Damit es erst gar nicht soweit kommt, empfiehlt der Kommunikationsprofi folgende Strategien:

So verhinderst du, dass dein Rabattmarken-Heft überquillt. Du erlebst dich als selbstwirksam – nicht als ohnmächtig und ausgeliefert.

Selbstwert stärken: Mein Coaching für Lehrkräfte

Viele meiner Klient:innen bearbeiten im Coaching mit mir herausfordernde Gespräche mit Eltern.

Gemeinsam analysieren wir Gespräche, die nicht rund gelaufen sind. Oder bereiten anstehende Gespräche vor.

Dabei erlebe ich immer wieder, dass auch erfahrene Lehrkräfte  durch kritische Äußerungen regelrecht „schrumpfen“.

Genau wie ich als junge Lehrerin erleben sie sich als „Angeklagte“ und werden von Selbstzweifeln geplagt.

Was dagegen hilft: Ein stabiler Selbstwert. 

Denn der lässt sich trainieren, genau so wie ein Muskel.

Und manchmal sind es auch vorformulierte „Textbausteine“, die wir im Coaching gemeinsam entwickeln. Um handlungsfähig zu bleiben und sich selbst zu schützen – statt den Eltern sprachlos gegenüber zu sitzen.

Verabrede dich gerne zum unverbindlichen Kennenlerngespräch mit mir. Wir finden gemeinsam heraus, wie ich dich passend unterstützen kann. Mit meinem Erfahrungsschatz aus 25 Jahren als Lehrerin. 

Wer schreibt hier eigentlich?

Hallo, ich bin Martina Schmidt, Expertin für Burnout-Prävention, Coachin, Resilienztrainerin und Ex-Lehrerin.

Ich unterstütze dich dabei, den Druck aus deinem Schulalltag herauszunehmen. Damit du gesund bleibst und mehr Energie hast für die Dinge, die dir am Herzen liegen.

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