
Unterrichtseinstieg mit Ritualen: Mehr Fokus, weniger Störungen
Rituale im Schulalltag senken deinen Stress als Lehrkraft, sie sorgen für Ruhe und Struktur. Entdecke praxiserprobte Routinen, die dich im Unterricht entlasten.
Der „Stapel des Grauens“ – hast du auch so einen auf deinem Schreibtisch?
Solange ich als Lehrerin gearbeitet habe, gab es ihn: Diesen riesigen Berg unsortierter Arbeitsblätter, Elternzettel und Konferenzmitschriften.
Wie ich ihn gehasst habe!
Und allein beim Gedanken, dass ich diese Loseblattsammlung irgendwann mal durchsortieren müsste, war ich total erschöpft.
Aufräumen, Ausmisten, ein passendes Ordnungssystem finden: Das ist auch bei meinen Klientinnen häufig Thema.
Deshalb habe ich mir mal eine echte Expertin in den Podcast eingeladen: Die Ordnungscoachin Nicole Weiß.
„Ich bin eher chaotischer Natur und nicht mit dem Ordnungsgen geboren“, sagt Nicole über sich – und ist mir damit direkt sympathisch.
Denn sie weiß, wie man sich fühlt, wenn man sich total zugewurschtelt hat. Und sie hat selbst alltagstaugliche Methoden entwickelt, um mit kleinen Routinen für mehr Übersicht und Klarheit zu sorgen.
Sie macht Mut, einfach beherzt anzufangen:
„Man darf nicht unterschätzen, was man in einer halben Stunde schaffen kann.“
In unserem Gespräch
Du kannst direkt reinhören in den Podcast oder Nicoles Profi-Tipps hier im Blog lesen.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Podigee. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenAls Lehrkraft versuchst du deinen Schüler:innen zu zeigen, wie sie für sich sinnvolle Strukturen zum Lernen und Arbeiten schaffen können.
Doch für dich selbst bleibt dafür oft keine Energie mehr übrig. Wenn du erschöpft vor deinem Schreibtisch stehst und nur ein großer Haufen Material auf dich wartet, bedeutet das puren Stress.
Denn eigentlich hast du keine Zeit zum Aufräumen und Durchsortieren. Du möchtest direkt loslegen mit der Unterrichtsplanung und den Korrekturen.
Und gleichzeitig weißt du, dass du in so einem Durcheinander nicht entspannt und konzentriert arbeiten kannst.
Im Interview sagt Nicole Weiß klar: „Ich kann da halt einfach nicht so gut abschalten, wenn ich ganz viele Dinge sehe, mit denen ich noch irgendwas tun sollte.“
Nicoles Maxime: Ordnung ist kein Selbstzweck – sie soll dir dienen.
Passende Strukturen können dir das Gefühl von Überblick und Kontrolle geben und dir das Arbeiten leichter machen.
Nicole bringt es auf den Punkt: „Ich richte mir alles so ein, dass es für mich möglichst einfach ist.“
Die meisten Lehrkräfte haben eine unüberschaubare Fülle von Materialien: Arbeitsblätter, Bastel- und Anschauungsmaterial, Fachbücher- und zeitschriften, Gesprächsnotizen, …
Und all das für verschiedene Fächer und Klassenstufen, analog und digital.
Natürlich wäre es sinnvoll, das alles mindestens einmal im Schuljahr durchzusortieren. Aber dafür fehlt in den Ferien oft die Energie. Und außerdem haben viele von uns das „Hamstergen“: Erstmal alles sammeln – wer weiß, wofür ich es mal brauche.
Wenn du beschließt, deine Schulsachen zu sortieren, brauchst du vor allem eines: Platz!
Und damit du Platz schaffst, musst zuerst einmal Dinge loslassen.
Nicoles Tipp Nummer 1 für mehr Ordnung in deinem Arbeitszimmer: Entrümpeln!
Das braucht Mut. Das fällt vielen Lehrkräften schwer. Der Impuls, alles aufzubewahren, ist tief verankert.
Im Gespräch macht Nicole deshalb bewusst: „Es passiert aber wirklich nichts Schlimmes, wenn ich das loslasse.“
Ganz im Gegenteil: Das Ausmisten und bewusste Verabschieden von nicht mehr Benötigtem kann sehr entlastend wirken.
Um deine Schulsachen sinnvoll zu sortieren, startest du am besten mit einer umfassenden Bestandsaufnahme: Was habe ich eigentlich alles?
Nicole Weiß: „Am besten alle Kisten und Kästen erstmal aufmachen und gucken, was ist da überhaupt drin.“
Sie rät, mit kleinen Schritten anzufangen und realistisch zu planen. Du musst nicht alles an einem Tag entrümpeln und sortieren. Wichtig ist, dass du anfängst.
Dann setzt du Grenzen dafür, wieviel Material du zukünftig aufbewahren möchtest.
Hier empfiehlt Nicole zum Beispiel: „Die Ordner nicht bis zum Rand voll machen, sondern maximal 80 Prozent.“
Diese kleine Regel sorgt dafür, dass noch genug Platz in den Ordnern ist, damit du lose Blätter direkt abheften kannst.
Papierstapel ade!
Nachdem du reduziert hast, entsteht Klarheit. Jetzt baust du Strukturen auf.
Ein Ordnungsprinzip könnte sein: Gleiches mit Gleichem aufbewahren..
Frage dich, was das für dich bedeutet:
Sortierst du nach Fach? Nach Klassenstufe? Nach Thema?
Viele Grundschullehrkräfte arbeiten zum Beispiel mit Klassenstufen. Andere bevorzugen Fächer oder Materialarten.
Schaffe dir ein Ordnungssystem, das zu dir und deinen Arbeitsabläufen passt: Schrankfächer, Kisten oder Regale. Lass genug Platz, damit Neues dazu sortiert werden kann. Und halte die Struktur so einfach wie möglich.
Im Gespräch habe ich Nicole gestanden: „Ich möchte mich an den Schreibtisch setzen und loslegen, und der Schreibtisch ist aber erstmal total voll und dann schreckt mich das schon ab.“
Und vielleicht geht es dir ja auch so: Im Laufe der Schulwochen legst du erstmal alle Blätter auf einen Haufen, der bis zu den Ferien wächst.
Nicoles Gegenmittel ist radikal einfach: „Wie kann ich es mir so einfach wie möglich machen, diese Zettel direkt einzusortieren? – Kisten ohne Deckel. Da muss ich nur reinwerfen.“
Wichtig ist auch ein klarer Abschluss jedes Arbeitstags. Nicole nutzt dafür im Ordnungscoaching oft diesen einen Vergleich: „Der Schreibtisch ist Lava. Da dürfen nur Sachen drauf sein, die wirklich hierhin gehören.“
Das hält die Fläche frei. Und macht den Start am nächsten Tag leichter.
Wie du entspannt deinen Feierabend genießt – ohne an Schule zu denken
Ordnung entsteht nicht an einem Tag. Sie entsteht durch kleine Schritte. Und durch Wiederholung.
Nicole empfiehlt kurze, feste Routinen: 10 Minuten Aufräumen täglich, das bringt schon eine ganze Menge.
Diese Mini-Einheiten geben dir Schwung. Sie reduzieren Druck. Du siehst schrittweise, wie immer mehr Struktur und Übersicht entsteht. Und das hilft dir, dranzubleiben.
Auch bei der Ablage lohnt sich eine Routine. „Einmal im Monat hergehen und Ablage machen, damit es nicht zwei Stunden dauert“, empfiehlt Nicole Weiß.
Beim Aufräumen deiner Schulmaterialien sind Fotos sehr hilfreich: „Auf Fotos erkennt man die Dinge eher“, erklärt Nicole.
Vorher-Nachher-Bilder machen sichtbar, was du geschafft hast.
Ordnung reduziert Stress – deutlich. Wenn du weniger offene Aufgaben siehst, kannst du innerlich zur Ruhe kommen.
Nicole beschreibt das sehr klar: „Ich sehe jeden Tag diesen Stapel und denke jedes Mal: Ich sollte mal… Das zieht mir wahnsinnig viel Energie.“
Dieser Energieverlust ist einer der größten Stressfaktoren für Lehrkräfte. Ordnung gibt dir diese Energie zurück.
Aus Erfahrung weiß die Ordnungscoachin: „Du wirst spüren, wie viel Kraft frei wird, wenn weniger um dich herum ist.“
Deshalb rät sie: „Sei mutig und fang einfach an.“
Viele meiner Klientinnen kommen ins Coaching mit dem Wunsch nach mehr Ordnung und Struktur.
Dabei geht es manchmal um eine sinnvolle Sortierung der Materialien oder den Umgang mit den vielen unterschiedlichen E-Mails. Oder um die zeitsparende Dokumentation von Elterngesprächen und Fördermaßnahmen.
Sehr gerne unterstütze ich dich auch bei diesen schultypischen Anliegen. Verabrede dich mit mir zum kostenfreien Kennenlerngespräch.
Wer schreibt hier eigentlich?
Hallo, ich bin Martina Schmidt, Expertin für Burnout-Prävention, Coachin, Resilienztrainerin und Ex-Lehrerin.
Ich unterstütze dich dabei, den Druck aus deinem Schulalltag herauszunehmen. Damit du gesund bleibst und mehr Energie hast für die Dinge, die dir am Herzen liegen.
Das interessiert dich bestimmt auch:

Rituale im Schulalltag senken deinen Stress als Lehrkraft, sie sorgen für Ruhe und Struktur. Entdecke praxiserprobte Routinen, die dich im Unterricht entlasten.

Dauernde Verfügbarkeit überfordert dein Nervensystem und führt zu Erschöpfung. Erfahre, wie du klare Grenzen setzt und neue Energie gewinnst.

Du gehst in die Schule, obwohl du krank bist? Erfahre, warum Selbstfürsorge wichtiger ist als Pflichtgefühl.
Entspannungszeit für Lehrkräfte
Live-Workshop für 0 €
am 15.12.25, 17.30-18.00 Uhr