
Unterrichtseinstieg mit Ritualen: Mehr Fokus, weniger Störungen
Rituale im Schulalltag senken deinen Stress als Lehrkraft, sie sorgen für Ruhe und Struktur. Entdecke praxiserprobte Routinen, die dich im Unterricht entlasten.
„Super, dass du da bist!“, sagt der Schulleiter und strahlt mich an. „Wir brauchen nämlich gerade jemanden für den Schwimmunterricht.“
Und so hatte ich direkt an meinem ersten Tag in der kleinen Dorfschule die Rettungsschwimmer-Quali an der Backe. Obwohl ich gar nicht gut tauchen kann.
Frisch aus dem Referendariat, wurde ich direkt die Klassenlehrerin des 2. Schuljahres. Und löste damit die allseits beliebte Vertretungslehrerin ab.
Ein ziemlich ruckeliger Start war das damals.
Alle waren nett und freuten sich, dass ich als Verstärkung dazukam.
Und ich durfte auch jederzeit fragen.
Aber … ich hatte keine Zeit, mich erstmal in Ruhe zu orientieren und anzukommen. Ich musste direkt funktionieren. Genauso wie eine erfahrene Lehrerin.
Das war echt hart. Vor allem, weil ich mir auf keinen Fall irgendeine Schwäche anmerken lassen wollte.
Vielleicht hast du beim Neustart an deiner Schule ähnliche Erfahrungen gemacht.
Und dabei ist es egal, ob du nach dem Referendariat deine erste Stelle angetreten oder nach einer Versetzung/Abordnung neu angefangen hast.
Wurde dir ein sanfterer Einstieg gegönnt? Oder wurdest du genauso wie ich ins kalte Wasser geschmissen?
Das Ankommen in einer neuen Schule kann auch ganz anders aussehen!
Das habe ich im Gespräch mit Alexandra Vanin erfahren. Sie ist die Schulleiterin der Otfried-Preußler-Schule, einer inklusiven und barrierefreien Grundschule in Hannover.
Ihre Maxime: „Erstmal ruhig anfangen und hospitieren. Nicht gleich performen!“
Wenn du dort als Lehrkraft neu ins Team kommst, bist du während des 1. Jahres entbunden von zusätzlichen Aufgaben, wie z.B. Fachkonferenzen.
Und du hast einen „alten Hasen“, der dir als Pate zur Seite gestellt wird. Paradiesisch, oder?
Hier erfährst du ganz genau, wie das „Onboarding“ in Alexandras Schule organisiert wird.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Podigee. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenWichtig ist: Deine persönliche Biografie zählt. Nicht nur dein Studienfach.
Viele Lehrkräfte denken, sie müssten genau die perfekte Rolle erfüllen. Das muss nicht so sein.
Alexandra Vanin betont, dass Kolleg:innen mit ihren Bedürfnissen und persönlichen Stärken willkommen sind. Sie sollen sich einbringen dürfen.
Das Kollegium der Otfried-Preußler-Schule interessiert sich für die „verborgenen“ Stärken und Interessen der neuen Lehrkraft:
Vielleicht liebst du Natur, Haustiere, Kochen oder Organisation. Solche Bereiche können in Projekte oder die Schülerfirma passen. An der Schule gibt es zum Beispiel ein „Ottis Eck“, eine Art Kiosk bzw. Schülerfirma, in der viele praktische Aufgaben von Kindern übernommen werden. Dort wirken Lehrkräfte mit Sozialpädagoginnen und Schulassistentinnen zusammen.
Bei den Bewerbungsgesprächen wird eine einfache Einstiegsfrage genutzt: „Wenn du eine Superkraft hättest — welche wäre das und wie würdest du sie einsetzen?“
So zeigen sich Talente, die in einem regulären Bewerbungsgespräch oft verborgen bleiben. Die Frage hilft, dich als ganze Person zu sehen — nicht nur als Fachkraft.
Die Otfried-Preußler-Schule setzt auf Begleitung.
Jede neue Kollegin und jeder neue Kollege bekommt die Patenschaft durch einen „alten Hasen“. Diese Bezugsperson begleitet das erste Jahr.
Außerdem gibt es ein Onboarding mit zwei Tagen zu Beginn des Schuljahres. Dort werden Abläufe, Rituale und Haltungen erklärt.
Alle neuen Kolleginnen und Kollegen sind im ersten Jahr von zusätzlichen Aufgaben entbunden. Dazu gehören Fachkonferenzen und Schulentwicklungsaufgaben.
Das Ziel: Erst ankommen, dann einbringen.
Damit du mit kleinen Pausen gelassen, gesund und gut gelaunt durch deinen Schulalltag gehst.
Gerade dann, wenn du dafür eigentlich keine Zeit und keinen Raum hast.
Alexandra und ihr Team möchten neuen Lehrkräften vor allem sagen:
Du musst nicht sofort performen und Leistung bringen. Komm erstmal in Ruhe an.
Ein ganzes Jahr gibt dir die Chance, den Jahresverlauf zu verstehen. So findest du die Stellen, an denen du dich später einbringen willst.
Curricula und Vorgaben sind Leitlinien. Sie sollen uns als Lehrkräften dienen – statt uns unter Druck zu setzen oder uns zu bloßen Erfüllungsgehilfen machen.
Alexandra Vanin spricht davon, Pufferzonen für neue Kolleginnen und Kollegen einzubauen. Sie betont die Notwendigkeit eines Mindset-Wechsels: Professionelle Gelassenheit.
Wir sollten in unseren Schulteams immer wieder prüfen, was zeitgemäß und machbar ist und was überfrachtet wirkt. Das schützt vor Überforderung und vor dem unreflektierten „Das haben wir immer schon so gemacht!“
Wer schreibt hier eigentlich?
Hallo, ich bin Martina Schmidt, Expertin für Burnout-Prävention, Coachin, Resilienztrainerin und Ex-Lehrerin.
Ich unterstütze dich dabei, den Druck aus deinem Schulalltag herauszunehmen. Damit du gesund bleibst und mehr Energie hast für die Dinge, die dir am Herzen liegen.
Das interessiert dich bestimmt auch:

Rituale im Schulalltag senken deinen Stress als Lehrkraft, sie sorgen für Ruhe und Struktur. Entdecke praxiserprobte Routinen, die dich im Unterricht entlasten.

Entdecke einfache Ordnungstipps für gestresste Lehrkräfte. Weniger Chaos, weniger Stress: So sortierst du Materialien und befreist deinen Schreibtisch.

Dauernde Verfügbarkeit überfordert dein Nervensystem und führt zu Erschöpfung. Erfahre, wie du klare Grenzen setzt und neue Energie gewinnst.
Entspannungszeit für Lehrkräfte
Live-Workshop für 0 €
am 23.2.26, 17.30-18.00 Uhr