Eine gute Möglichkeit liegt darin, die Unterschiede zwischen mündlicher und schriftlicher Kommunikation im Unterricht zu untersuchen.
Die Medienexpert:innen bringen dafür eine Idee aus ihren Workshops mit, die du ganz leicht in deinem Unterricht umsetzen kannst.
Zwei Kinder sitzen so nebeneinander, dass sie sich nicht sehen können. Als Sichtschutz können eine geschlossene Tür oder eine Wolldecke dienen.
Dann sprechen sie miteinander, ohne sich dabei zu sehen. Anschließend lässt sich besprechen: Was verändert sich, wenn ich die Mimik und Körpersprache meines Gegenübers nicht mehr sehe?
Von dort ist der Schritt zum Messenger nicht mehr weit. Die Kinder können erkennen: Wenn wir über einen Messenger schreiben, fehlt uns einiges von dem, was wir bei einem persönlichen Gespräch wahrnehmen.
Auch der Umgang mit schwierigen Situationen kann geübt werden. Was mache ich, wenn jemand beleidigt wird? Wie kann ich helfen? Wie kann ich zeigen, dass ich zu dem Kind halte?
Aus der Arbeit mit Schulklassen berichten Mareike und Henning, dass Kinder in solchen Situationen häufig gar nicht wissen, was sie tun können. Wenn eine fiese Beleidigung im Klassenchat auftaucht und gefragt wird: „Was macht ihr?“, entsteht oft Stille.
Dabei können kleine Reaktionen bereits einen Unterschied machen. Im Gespräch wird ein Beispiel genannt: Ein Kind hat Geburtstag. Eine Mitschülerin gratuliert, danach kommen plötzlich nur noch gemeine Nachrichten oder Sticker.
Um diese Gemeinheiten zu stoppen, könnten andere Kinder ebenfalls gratulieren. Oder jemand schreibt dem betroffenen Kind privat: „Ich fand das gerade auch gemein.“
Solche Handlungsalternativen können Kinder durch Erwachsene lernen, die sie bei der Mediennutzung begleiten. Das kann zu Hause passieren, aber auch im Klassenraum.
Du als Lehrkraft kannst gemeinsam mit den Kindern überlegen: Wie wollen wir mit solchen Situationen umgehen? Welche Möglichkeiten haben wir, wenn jemand ausgegrenzt oder komisch behandelt wird?
Dabei geht es nicht nur um den Klassenchat selbst. Es geht allgemein um soziales Miteinander.